Toilettenhaus für Kindergarten

Bericht von Cordula "Cora" Heggli

Im Januar 2011 kehrte ich für zwei Wochen nach Ngaramtoni zurück um Herry in seiner Tätigkeit für Home of Hope zu unterstützen. Bereits im Vorfeld informierte er mich über verschiedene Ideen, die er gerne zur Verbesserung der Situation im Kindergarten umsetzen würde. Dank grosszügigen Spenden stand mir eine beachtliche Summe zur Verfügung, die ich bestmöglich einsetzen wollte. 

Herrys wichtigstes Anliegen war ein eigenes Toiletten-Häuschen, denn bisher benutzten die Kinder nur ein Loch im Boden, welches für die Kleinsten ein erhebliches Gefahrenpotential darstellte, und das spärliche Holzgerüst mit ein paar aufgeschnittenen Zementsäcken bot kaum Sichtschutz. 

Die Vorbereitungen der Planung waren rasch getätigt - Herry erwies sich als Allrounder für sowohl handwerkliche als auch architektonische Angelegenheiten – und so zogen wir zusammen voller Tatendrang los, um die Baumaterialien einkaufen zu gehen. Alles Benötigte konnten wir in Ngaramtoni selbst finden, allerdings absolvierten wir viele Fussmärsche kreuz und quer durch das Dorf. Herry verglich Preise, liess mich jeweils für die Anfrage irgendwo „versteckt“ zurück, damit niemand merkte, dass ein weisser Geldgeber hinter dem Auftrag steckt. Die Preise wären ansonsten in die Höhe geschnellt, und dies wollten wir natürlich verhindern. 

Herry scheint das ganze Dorf zu kennen, und alle kennen ihn, was dazu führte, dass wir immer kurz irgendwo einen Abstecher machten und Herry sich nach dem Wohl seiner Freunde erkundigte. Es wurde mir bewusst, dass Herry sich für viele Menschen einsetzt, sich ihre Sorgen anhört und wo immer möglich ihnen hilft. Er erzählte mir jeweils ihre Geschichten und so erfuhr ich im Laufe der Zeit vieles über die Familien in Ngaramtoni. 

Die Erbauung des Toiletten-Häuschens erstreckte sich auf eine Dauer von knapp 2 Wochen und begann mit dem Ausmessen des Terrains, wobei Herry die klaren Vorstellungen im Kopf zu haben schien. Zum abstecken dienten eine Schnur und kurzerhand abgehackte Äste, danach wurden Steine ins vorgesehene Terrain gefüllt. Wir verlegten Rohre, fügten die Stehschüssel ein und füllten dann die Zwischenräume mit Zement. Der Grundstein war gelegt und wir mussten bis zur Weiterverarbeitung alles trocknen lassen. 

Danach kam der Maurer, wobei es sich gemäss Herry um einen Freund handelt, der sich diese Berufsbezeichnung selbst gab, was man auch beim Resultat sehen konnte. Einige der Wänder waren etwas schief und ich fragte mich, wie man wohl den Türrahmen einbringen sollte. Doch ganz nach dem Motto „was nicht passt wird passend gemacht“ wurde mit der Machete kurzerhand etwas Wand abgeschlagen und darauf passte auch der Holztürrahmen hinein. 

Nach den Wänden wurde das Dach erstellt, Herry zeigte sich als Zimmermann genau so geschickt wie später als Schreiner, um die Türen für das Toiletten-Häuschen anzupassen. Es folgten noch die Abreibung des Innenraumes, und zu guter Letzt wurde das ganze Häuschen komplett gestrichen. 

Eine Regentonne sammelt Wasser und Türschlösser verhindern, dass Unbefugte Zutritt haben. 

Kurz vor meiner Heimreise haben wir das Toiletten-Häuschen, welches nun zwei separate Stehklos für die Kinder sowie eines für den Land-Besitzer und die Lehrer beherbergt, freudig von den Kindern einweihen lassen. Es hat mir viel bedeutet und war eine Bereicherung, mit meinen Händen anzupacken und dieses Projekt umzusetzen!