Volontäre aus der Schweiz

Cordula "Cora" Heggli

Cordula Heggli

Gründerin & Präsidentin

Es war schon lange mein Wunsch, in Afrika einen humanitären Einsatz zu leisten, im Sommer 2008 erfüllte ich ihn mir und reiste für 2 Monate nach Tanzania.

Ich wurde mit offenen Armen in einer Gastfamilie im Dorf Ngaramtoni aufgenommen, fernab von Trubel, und lebte ein Stück weit Afrika pur – ohne fliessendes Wasser, mit Kochen über dem offenen Feuer und begrenztem Zugang zu Strom. Es waren Wochen erfüllt von innerer Ruhe, Dankbarkeit, Freude und kulturellem Austausch. Gegensätze traten jeden Tag auf, doch sie waren keine Einschränkung, sondern eine Bereicherung!

Ich hatte mich für ein Volontariat bei einer amerikanische Organisation gemeldet, und bekam die Aufgabe, in einer Tagesschule auszuhelfen. Als Lehrperson für die sogenannte Babyklasse war ich nicht geeignet, zu diesem Schluss kam ich sehr schnell, und ich war zuerst unsicher, was ich denn in diesen Wochen machen sollte… ich weiss noch, wie ich mich draussen hinsetzte, um meine Überlegungen anzustellen, etwas enttäuscht über mein Scheitern vor 30 Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren. Doch es ging nicht lange, und ein Mädchen kam zu mir, hob meinen Arm hoch und kuschelte sich darunter. Ihr folgte ein Junge, der dem Unterricht aus Altersgründen noch nicht folgen konnte, und er gesellte sich zu uns, setzte sich an meine andere Seite. Etwas später war ich umringt von Kindern, die mich mit ihren weichen Händen berührten, mit ihren grossen Augen anschauten, und mir ein Lachen schenkten, welches mein Herz berührte. 

Es erschien mir als Bestimmung meines Aufenthaltes, für die Kinder da zu sein, ihnen Wärme und Zuneigung sowie Zeit zu geben. Dies tat ich gerne, sie schienen sich wohl zu fühlen und ich erlebte wunderschöne Stunden. Es rührte mich zu Tränen, als sie das von mir vorgesungene „Ali mini Äntli“ lernten und schliesslich sangen, als ich im Gottesdienst miterleben durfte, wie Menschen, die eigentlich sehr arm sind, mit Singen und Tanzen unheimlich reich wurden, und als die Kinder voller Hingabe meine Haare neu frisierten.

Zusammen mit anderen Volontären sorgte ich dafür, dass alle Kinder im Krankenhaus in Arusha medizinisch untersucht werden, unter anderem auf HIV und Tuberkulose. Die Untersuchungen zogen sich hin, wir brauchten viel Geduld und ab und zu auch Nerven wie Stahlseile, doch nach einer Woche hatten wir es geschafft.

Es gab viele kleine weitere Projekte, die ich in Angriff nahm, und die Zeit verging wie im Fluge. Ich kam manchmal an Grenzen, denn Korruption ist leider weit verbreitet, und nicht alle Menschen unterstützten uns, sondern versuchten, sich selbst zu bereichern.

Auf jeden Moment des Zweifels folgte jedoch ein Lichtblick, und ich kehrte mit Zufriedenheit und einem mit schönen Erinnerungen gefüllten Herzen nach Hause zurück. Ich blieb in Kontakt mit Pastor Herry, der mir stetig von seinen Plänen und der Gründung seiner Organisation Home of Hope berichtete. So kam es, dass ich im Januar 2011 ein weiteres Mal nach Ngarmatoni reiste, 2 Wochen lang bei ihm wohnte und ihn bei seiner Arbeit für Home of Hope unterstütze. Mithilfe von Spenden war es mir möglich, eine WC-Haus sowie eine Küchenhütte bauen zu lassen, Koch- sowie Geschirrutensilien, Schulmaterial und weitere Kleinigkeiten zu besorgen, sowie ein paar Familien mit Nötigstem auszuhelfen.

Pastor Herry und seine Familie gaben mir während den 2 Wochen ein Zuhause, behandelten mich wie ein Teil ihrer Familie, und verstärkten meine Verbundenheit zu ihnen, zu den Kindern, zu Ngaramtoni – zu Tanzania. Es war ein tolles Gefühl, mit Herry an meiner Seite Gutes und Sinnvolles tun zu können sowie jemanden gefunden zu haben, dem ich vor Ort vertrauen kann. Ich habe auch in dieser kurzen Zeit sehr viel erlebt, und kehrte mit Stolz und dem guten Gefühl zurück, etwas Nachhaltiges errichtet zu haben. Vieles, was für uns im Alltag selbstverständlich ist, sucht man dort vergebens. Mit wenig Aufwand kann man jedoch einiges erreichen, und die Menschen geben sehr viel zurück, auch wenn sie kaum etwas besitzen.

Vor Kurzem haben mein Mann und ich 3 Tage in Ngarmatoni verbracht, haben das Landstück begutachtet, auf dem die Primarschule gebaut werden soll und haben alles Notwendige gekauft, damit demnächst Näh-Kurse für junge Frauen angeboten werden können. Es ist Herry’s Wunsch, Frauen die Chance zu geben, auf gute Art Geld zu verdienen, und wir haben uns sehr gefreut, dass wir ihn dabei unterstützen können.

Wenn ich die Augen schliesse und an Ngaramtoni denke, dann sehe ich vor allem die Kinder vor mir und höre ihr Lachen; um die Kinder zum Lachen zu bringen brauchte es nicht viel, oft reichte eine Umarmung, ein Hochheben, ein Ballon mit Luft gefüllt… Diese Kinder haben eine bessere Zukunft verdient, dafür setzte ich mich ein!

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Herry zu unterstützen, für die Kinder und für die Familien, denn sie haben einen Platz in meinem Herzen eingenommen.